Studio Clash – United in Strangeness

Das Experiment einer Designagentur mit Migranten aus aller Welt in Basel – für einen Monat.

Der Inhaber einer Werbeagentur in Teheran fährt heute Taxi in Basel. Der ehemalige Fotograf aus Eritrea wartet auf seinen Asylbescheid. Die kurdische Gestalterin bedient in einem Restaurant. Es gibt Migranten, Asylsuchende oder auch anerkannte Asylanten in Basel und Umgebung mit kreativwirtschaftlichen Hintergrund. Von der Journalistin bis zum kritischen Illustrator oder Karikaturist. Es sind Fachkräfte und kreative Geister die jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen keinen Zugang zur heimischen Kreativwirtschaft haben.

Studio Clash wagt den Versuch und behauptet einen Monat eine Agentur, in der 12 ausgewählte Kreative arbeiten. Wir finden gemeinsam Wege, um im heimischen Markt aktiv zu werden. Sammeln im Clash of Visual Culture Erfahrung miteinander und arbeiten an innovativen Arbeitsverfahren, Start Ups oder Formaten. Empowerment – für beide Seiten. So ist auch das Motto von Studio Clash, United in Strangeness, zu verstehen. Denn wir möchten weder unseren Schweizer Approach on Design unseren Kreativen überstülpen noch kritikfrei schöne Welten entwerfen.

  1. Wir wollen Chancen evaluieren für Geflüchtete in unserer Kreativwirtschaft.
  2. Kompetenzen und Innovationspotentiale sichtbar machten.
  3. Bedürfnisse und Hürden identifizieren.
  4. Fragestellungen und konkrete Projekte erarbeiten.
  5. Das Netzwerk der Kreativwirtschaft in Basel und Umgebung erweitern.
  6. Gemeinsam arbeiten und neue visuelle Sprachen erforschen und ausarbeiten.
  7. Gestaltung verhandeln, erarbeiten und entwickeln.
  8. Den reichen Kulturschatzes visuell/kreativer Unterschiede darstellen.
  9. Vielfalt zu Tisch bitten – Mittagstisch für Basler mit Gerichten aus den jeweiligen Ländern als Diskussions- und Kennlernformat.
  10. Für reale Kunden arbeiten und publizieren.

Der Prozess ist in drei Stufen gegliedert.

  1. Ideenfindung und Fahrplan erarbeiten: Februar-Mai 2018 (abgeschlossen)
    Ziel der ersten Stufe war es, ein Konzept von Studio Clashzu erarbeiten und das Vorgehen zu bestimmen um unsere Ziele zu erreichen. Als Auftakt haben wir gemeinsam mit Kreativen aus Basel in der Stadtwerkstatt Baseleinen ersten Workshop veranstaltet. Zunächst galt es auch ein zielführendes Vorgehen und Methoden zu bestimmen, Fragen und Probleme zu klären und die Finanzierung zu besprechen. Mit der Stadtwerkstatt Baselkonnten wir zu allererst schon einmal einen wichtigen Partner sichern, in deren Räumen wir im November Studio Clash umsetzen können.
  2. Bewerbung, Team und Finanzierung (Juni – September 2018)
    Mit Radio X und TagesWoche haben wir zwei weitere Partner sichern können, die uns bereits in der Ausschreibe-Phase Unterstützung angeboten haben. Unter anderem über diese Kanäle werden wir mehrsprachige Aufrufe starten, sich bei Studio Clash zu bewerben.

    Wir suchen: Kalligraphen/Schriftenmaler, Audiovisuelle GestalterInnen, BeraterIn, TexterIn, Graphiker, FotografIn, Coder/Programmierer,  Strategie, Webdesigner, Filmemacher, FashiondesignerIn, Kreative, IllustratorIn, 3D, Szenografen und Live-Kommunikation, StadtenwicklerInnen, ArchitektInnen. Wir laden die Migrantinnen und Migranten ein, sich bei uns zu bewerben. Auch kürzere Einsätze sind möglich. Aus allen Bewerbungen bilden wir ein Team, das für und mit Studio Clasharbeitet. Damit wir beim Start von Studio Clashmöglichst zügig in die Gänge kommen, treffen wir uns bereits vorab zum Kennenlernen. Wir möchten die Mitarbeit bei Studio Clashin irgendeiner Form. entschädigen Wie die konkret aussieht, klären wir derzeit noch ab. Die Arbeitsrechtliche Situation der Migrantinnen und Migranten ist komplex.

    Zudem suchen wir weiter nach Unterstützung in der Kreativszene Basels. Einzelne Sachspenden sind zugesagt. Noch offen sind Posten wie DolmetscherInnen, Beratung, Mediaplanung. Ausserdem werden in verschiedenen Zusammenarbeitsformaten mit wechselnden Kreativen, national wie international, zusammenarbeiten. Geplant sind von 2-tägigen Entwicklungsveranstaltungen bis 4 Wochen Kreativ-Zusammenarbeit.  Die Finanzierung wird über Spenden, Stiftungen und Fördergelder gesichert.
    In konzeptioneller Klärung ist ausserdem, ob wir mit echten Kunden und realen Aufträgen agieren oder ob wir aus uns selbst heraus entwickeln. Ein erstes Thema für eine gemeinsame Arbeit könnte die Auseinandersetzung mit Basel – Culture Unlimitedsein. Unter dem Motto „Das Hier“ würden wir Lebensrealität und Anliegen unserer Kreativen einen Monat in Szene setzen,

  3. Umsetzung Studio Clash (November 2018)
    Schanzenstrasse 11
    4056 Basel

    Zeitraum: 5.11. – 5.12.2018
    Öffnungszeiten: 9.30 – 18.00 Uhr

Initianten
Jan Knopp /Studio Piet, Stadtwerkstattbasel
David Herrmann /Letterlake
Hansjörg Walter/TagesWoche