Drei Freunde erfüllten sich einen Bubentraum: einfach mal Autoverkäufer in einem anderen Jahrzehnt sein. Dazu liessen sie sich Schnäuze wachsen, bestellten billige Teppiche und stellten ihre Oldtimer für drei Tage in die leergeräumte Stadtwerkstatt.
Keine Kunst, keine Performance, einfach ein Autohaus.
Aus der TagesWoche vom September 2018:
In der Stadtwerkstatt stinkt es zurzeit etwas. Und zwar nach Benzin. Das ist schon gut so, denn die Werkstatt wandelte sich kurzerhand zum «Autohaus Schanze». Zwei blitzende Ami-Schlitten und ein Ferrari Mondial warten dort auf jemanden, der sie ausfährt. Die Preise: gehoben. Der Charme ebenfalls. Und wer nur gucken will, ist natürlich auch willkommen.
Mit strenger Hand geführt wird das Autohaus von den drei Fachmännern Mike Malibu, Raimondo Caputo und Jack Pacer* – «Profis aus Gewohnheit», wie sie sich nennen. Mit Schnauz, Schlaghose und viel zu langen Kitteln lotsen sie die Kundschaft zurück in die 70er-Jahre. Eine geschmacklose Fähnchengirlande inbegriffen.
«Was wir hier verkaufen, ist im absoluten Luxussegment», sagt Mike Malibu im Interview. Malibu, nach eigenen Angaben schon als junger Bursche ein Auto-Fanatiker, ist kein neuer auf dem Platz: «Uns gibt es seit 25 Jahren. Morgen ist übrigens das Jubiläum. Wir machen eine grosse Sause mit Ballonen, Hot-Dog-Maschine und Filterkaffee.»




